+++     unkonventionelle Probleme erfordern oft unkonventionelle Lösungen ;-)      +++

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AGR-Kühler
 
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Reparatur   AGR-Kühler / AGR-Ventil   03G 131 515 AD

Dieses in vielen VW- und Audi-Motoren zum Einsatz kommende Abgasrückführventil (mit integriertem Kühler) neigt leider häufig dazu, kaputt zu gehen. Bemerkbar durch ein lautes Zischen zwischen 1500 - 3000 Umdrehungen, verbunden mit dezentem Abgasgestank. Die eigentliche Funktion ist an sich noch intakt, die Klappe öffnet und schließt. Meistens ist aber das Lager der Klappenwelle gebrochen oder zerbröselt, bei geschlossener Klappe baut sich ein Überdruck auf und Abgas strömt aus dem Lagersitz. Meinem Caddy war das bislang egal, er läuft deswegen genauso wie vorher. Wenigstens keine blöde Fehlermeldung, Mehrverbrauch, Leistungseinbußen oder Notlaufmodus (wie oft in diversen Foren geschildert wird). Immerhin. Aber als Dauerzustand untragbar, spätestens beim nächsten TÜV wird man um eine Lösung des Problems nicht herumkommen.

Ursache der Misere ist die unsachgerechte Lagerung der Klappenwelle, eine meiner Meinung nach klassische Fehlkonstruktion. Im Folgenden eine schematische Darstellung:

schema

Die Welle ist vom Prinzip her nur an einer einzigen Stelle mit einem klassischen Lagersitz versehen (blau dargestellt). Hierbei handelt es sich um ein Sinterlager mit bescheidenen 4,5mm Passungslänge. Im gegenüberliegenden Bereich ist überhaupt kein Gegenlager vorhanden, die Welle hat hier mehr als reichlich Wackelspiel. Das gesamte Konstrukt kann somit als "fliegend" bezeichnet werden. In der Passung wird das Lager mit einer Federklammer fixiert (schwarz), welche gleichzeitig die Funktion hat, die Welle nach oben zu drücken, damit sie mit einer inneren Planfläche am Sinterlager anliegt. Die Welle hat nämlich ca. 1,5mm Achsialspiel, und der einzige Sinn der Feder ist nur damit zu erklären, eine zusätzliche (stirnseitige) Abdichtung zwischen Lager und Welle zu erreichen. Zwischen Feder und Hebel kommt noch ein freies Sinterlager (grün) zum Einsatz. Vermutlich, um die Reibung zwischen Feder und Hebel zu verringern, was bei einer Federspannung von etwa 3kg sogar Sinn macht. Aber muss die Vorspannung wirklich so groß sein? - man kann's auch übertreiben… Genauso stellt sich die Frage, warum sich auf der Gegenseite überhaupt kein Lagersitz befindet, das würde die gesamte Konstruktion wesentlich stabilisieren.

Fazit: Eine solide und langlebige Konstruktion stelle ich mir anders vor. Sinterlager haben zwar sehr gute Gleiteigenschaften und sind wartungsfrei, aber auch spröde und daher eher für statische denn dynamische Belastungen geeignet. Bedingt durch die regelmäßige Hin- und Herbewegung des Hebels, dem relativ weit vom Lagersitz entfernten Angriffspunkt der Hebelkraft bei gleichzeitigem Druck seitens der Feder ergibt sich daraus eine permanent wechselnde Belastung. Bei aktivem Hebel und daraus resultierender minimaler Kippneigung (bedingt durch das fehlende Gegenlager) wird vor allem die Stirnseite des Sinterlagers einseitig belastet und sich langfristig aufarbeiten - der Beginn des Zerbröselns. Mit ein paar wenigen Modifikationen bei minimalen Mehrkosten könnte man die Konstruktion deutlich verbessern, ist aber wohl nicht gewollt - Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…

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