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Anleitung zur Reparatur der Hinterradbremse an VW Golf und Passat

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22.10.2010 von Mertsch Frank

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20.10.2010 von Günter

Titel: Löcher machen!
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Vielen Dank für diesen Artikel ...
19.10.2010 von Xavi

Titel: Boxenstopp, leicht gemacht
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Ich habe es auch selbst gemacht, hat mich ein wenig nerven g ...
18.10.2010 von Thorsten B.

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Scheibenbremse hinten reparieren

Bossa Nova bei Regen

VW Passat, Golf und Polo

26.09.2008 | Autor: JEM

Die Hinterräder sind bei Golf, Passat und Polo nicht angetrieben, stabilisieren aber das Fahrzeug. Wenn also die Hinterachse nicht spurt oder ausbricht, tanzt der Volkswagen Bossa Nova - meist bei Regen und mit unschönen Folgen. Um das zu verhindern, tauscht der feine Mann Bremsbeläge und Bremsscheiben. Vorher.

Inhalt

1. Die Hinterradbremse
2. Bremsscheiben und Bremsbeläge
3. Passat hoch, Rad ab
4. Bremsschlauch lockern, Handbremsseil aushängen
5. Handbremsseil aushängen

6. Bremssattelgehäuse demontieren
7. Nachstelleinrichtung zurückstellen
8. Bremsbeläge herausnehmen / Bremsscheibe wechseln
9. Neue Bremsbeläge einbauen
10. Zusammenbau und Probefahrt
Kommentare: 16

1. Die Hinterradbremse Top

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Als zwei Buchstaben am Grill noch "Volkswagen" hießen, wurden die hinteren Bremsen an Golf, Passat und Polo mit Trommel und Bremsbacken gebaut. Diese Konstruktion war grundsolide und hielt häufig fast das ganze Autoleben lang. Mit zunehmendem Fahrzeuggewicht und gestiegenen Ansprüchen an das "Engineering" stiegen die Wolfsburger auf Scheibenbremsen um, die auch optisch was hermachen - Bremsscheiben an der Hinterachse hatte schließlich Anfang der 90er Jahre nur die automobile Oberklasse zu bieten.

Im Prinzip funktioniert so eine Bremsanlage wie das Gegenstück von der Vorderachse. Weil aber die Bremskraft im Heck je nach Fahrzeug und Beladung teilweise nur 30% der gesamten Bremsleistung ausmacht, fällt ein schleichender Verfall der Bremsleistung an der Hinterachse nur selten auf. Erst bei einer Vollbremsung auf glattem Grund oder dem Totalversagen der Handbremse wird der Mangel offenbar.

Ein völliger Verschleiß der Bremsbeläge, die in unserem Beispiel schon auf dem Belagträger angekommen waren, verursacht unüberhörbare Geräusche. Da hilft dann nur ein lautes Radio oder der Wechsel von Belag und Scheibe. Unser Artikel zeigt letzeres. Die hier beschriebenen Arbeiten gelten sinngleich für viele Hinterradbremsen an unterschiedlichen Typen von Passats, Gölfen, Polos und auch etlichen Audis, Skodas und Seats.

2. Bremsscheiben und Bremsbeläge Top

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Weil Bremsen auch beim Passat kein unwichtiges Fahrmanöver ist, sollte man bei jeder Arbeit an der Bremsanlage weder schludern noch geizen. Um den Zustand der Bremsscheibe zu ermitteln, reicht in aller Regel ein Blick durch die Felge oder ein gemütliches Minütchen unter dem Auto. In diesem Fall war der Zustand aller Bremsenteile schlicht erbärmlich. Der Mann klagte vor allem darüber, "dass es hinten so hässlich schleift".

Damit schlug er den Nagel in die Wand: Die Bremsscheibe war riefig und rostig, die Bremsbeläge nicht mehr vorhanden. Als gute Tat hätte man hier noch eine Prise Kompostbeschleuniger zugeben können. Weil die Wolfsburger Ingenieure bei dieser Konstruktion die Radlager nebst Dichtring in die Scheibe verpflanzt haben, müssen die Radlager beim Wechsel der Bremsscheibe immer raus und rein. Diese Radlager halten eigentlich ewig, sind jedoch so günstig zu bekommen, dass es meist einfacher ist, sie gleich mit auszutauschen. Ersatzteile vom Schrottplatz sind manchmal für den Gegenwert einer Kiste Bier zu bekommen.

Mit diesem Geld sollte man sich jedoch schlicht eine Kiste Bier kaufen. Und danach 70 Euro in die Hand nehmen und neue Teile für das Auto erstehen. Für dieses kleine Geld bekommt man an jeder Ecke zwei Bremsscheiben, vier Bremsbeläge und zwei paar Radlager nebst Zubehör. Diese Neuteile (die bei VW deutlich mehr kosten) stellen sicher, dass die Bremsleistung ordentlich und vor allem gleichmäßig ist.

3. Passat hoch, Rad ab Top

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Wo man die Reparatur vornimmt, ist prinzipiell wurscht - trocken und hell sollte der Platz allerdings sein. Wir zeigen die Reparatur auf der Autoschrauber.de-Hebebühne; das ist Luxus und macht das Leben leicht. Die Arbeit ist dabei links und rechts dieselbe. Wir fangen mit der linken Seite an.

Hat man keine Hebebühne, so sollte das geliebte Fahrzeug wenigstens um weitere 20 Zentimeter höher kommen, damit untenherum genug Platz bleibt. Die hochgepumpte Fuhre dabei unbedingt mit Böcken, Holzklötzen oder Gehwegplatten abstützen: fällt einem die Familienkutsche am Freitagabend auf den Hut, kann es durchaus bis Montag dauern, bis Hilfe kommt - eine im mindesten peinliche Situation.

Radschrauben lösen, solange das Fahrzeug noch auf dem Boden steht. Wagen aufbocken, Radschrauben herausdrehen und das Rad abnehmen.

4. Bremsschlauch lockern, Handbremsseil aushängen Top

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Der Bremssattel verfügt nicht nur über eine hydraulische Betätigung (über die ganz normale Fußbremse), sondern auch über eine Handbrems-Betätigung. Dabei zieht Vatti ganz normal den Handbremshebel in der Mittelkonsole und damit am Handbremsseil. Im Bremssattelgehäuse wird dessen Bewegung auf den Bremskolben übertragen und setzt die Scheibe fest.

Damit das Spiel der Handbremsbetätigung bei fortschreitendem Verschleiß von Scheibe und Belag nicht immer größer wird, ist im Bremssattel eine automatische Nachstelleinrichtung versteckt. Diese Nachstelleinrichtung muss zurückgestellt werden. Dieses Zurückstellen kann man am eingebauten Bremssattelgehäuse machen. Für einen genauen und gründlichen Blick empfiehlt sich jedoch der komplette Ausbau des Bremssattelgehäuses. Das hat den zusätzlichen Vorteil, dass sich die Nachstelleinrichtung auf der Werkbank deutlich leichter bearbeiten lässt. Großer Nachteil: Das Hydrauliksystem muss aufgemacht und nach der Operation wieder entlüfttet werden.

Ein Stück Dachlatte zwischen Bremspedal und Lenkrad hilft, das Auslaufen von Bremsflüssigkeit zu verhindern. So kann keine Bremsflüssigkeit aus dem Ausgleichbehälter nachfließen und den kostbaren Werkstatt-Perser versauen. Bremsschlauch lockern. Der lässt sich erst ganz herausdrehen, wenn das Bremssattelgehäuse los ist. Dabei dröppelt eine kleine Menge Bremsflüssigkeit aus der Verschraubung: Lappen unterlegen.

5. Handbremsseil aushängen Top

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Das Handbremsseil hängt mit seiner Hülle an einem Halteblech. Den Federclip mit einer Kombizange abziehen, so dass sich das Seil entspannt. Anschließend den Nippel des Zuges mit einer scharfen Zange packen und aus dem Betätigungshebel der Handbremse herausfädeln.

6. Bremssattelgehäuse demontieren Top

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Das Bremssattelgehäuse wird von zwei Befestigungsschrauben im Bremsträger gehalten. Diese beiden Sechskantschrauben auf der Rückseite des Bremssattels lösen. Dabei mit einem Maulschlüssel an den Führungsbolzen gegenhalten. Wenn die Schrauben raus sind, lässt sich das Gehäuse herausschwenken - die Bremsbeläge bleiben vorerst im Bremsenträger. Falls die Beläge (oder deren Fragmente) stark in die Scheibe eingelaufen sind, hilft nur rohe Gewalt: die Nachstellvorrichtung verhindert das Zurückdrücken des Bremskolben - der Sattel muss aber runter.

Jetzt den Bremsschlauch aus dem Bremssattelgehäuse herausdrehen und den Sattel auf die Werkbank schleppen. Ob man sich jetzt dem Sattel widmet oder mit dem restlichen Passat weitermacht, ist wurscht.

7. Nachstelleinrichtung zurückstellen Top

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Um die Nachstelleinrichtung zurückzustellen, muss der Bremskolben gleichzeitig gedreht und gedrückt werden. Dafür besitzt der Kundendiener bei VW eine spezielles Werkzeug, dass der Besitzer eines Winkelschleifers in anderer Form gratis in der Schublade hat. In der Fläche des Bremskolbens befindet sich nämlich eine Nut, in die der Schlüssel einer billigen Flex haargenau hineinpasst. Alternativ kann man auch ein Stück Flachstahl oder Blech nehmen, wenn sich damit der Kolben drehen lässt.

Das Drücken und Drehen selbst erfordert eine erhebliche Portion Kraft. Damit einem bei dieser Aktion der Bremssattel nicht vom Schoß springt, spannt man ihn vorsichtig in einen Schraubstock und beginnt mit der Untersuchung: ist die Staubschutzmanschette noch einwandfrei? Ist der Bremssattel feucht? Falls irgendwelche Zweifel am Zustand des Bremssattels bestehen, sollte man in jedem Fall auf Nummer sicher gehen und das Bauteil zerlegen und von Grund auf neu machen.

Als Druckmittel für den Kolben eignet sich eine schnöde Schraubzwinge. Mit ihr wird der Kolben mittelfest eingespannt und anschließend gedreht. Dabei zieht sich der Lurch in sein Häuschen zurück und entspannt die Schraubzwinge. Schraubzwinge wieder anziehen und wieder drehen. Der Sattel ist einbaufertig, wenn der Kolben völlig im Sattel verschwunden ist und die Manschette gleichmäßig anliegt.

In diesem Arbeitsschritt auch das Entlüfterventil vorsichtig begutachten. Dieses Pfennigbauteil aus indonesischen Weichaluminium reisst gerne ab, wenn es der Meisterbetrieb vor Jahren mit roher Gewalt festgezimmert hat. Mit Caramba einweichen und lösen.

8. Bremsbeläge herausnehmen / Bremsscheibe wechseln Top

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Die Bremsbeläge lassen sich einfach aus dem Bremsenträger herausnehmen. Dabei wird der Zustand mehr als deutlich - diese Beläge waren so sortenrein abgetragen, dass man die Belagträger gleich in den chinesischen Hochofen werfen könnte.

Bevor man die Bremsscheibe ins Reich der Mitte expediert, muss sie erstmal runter und mit neuen Lagern versehen werden. Wie das geht, zeigt unsere Anleitung zum Wechsel der Radlager und der Bremsscheibe.

Ist die neue Scheibe montiert und das Radlager penibel justiert, kann es weitergehen.

9. Neue Bremsbeläge einbauen Top

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Bevor man mit gierigen Griffeln die jungfräuliche Schachtel der Bremsbeläge auffingert, sollte man ein Päuschen einlegen und die Flossen waschen. Schon kleine Mengen Dreck und Öl dringen erstaunlich tief in die Beläge ein und versauen sie dauerhaft.

Auch wenn das auf den Bilder nicht so aussieht - diese Flossen sind verhältnismäßig sauber. Die Bremsscheibe sollte natürlich ebenfalls klinisch rein sein. Die Exemplare in diesem Artikel waren ab Werk beschichtet; andere Hersteller ölen Bremsscheiben immer noch mit Korrosionsschutzöl ein, damit die Drehlinge nicht schon auf dem Weg in die Werkstatt rosten. Dieses Korrosionsschutzöl muss bis aufs letzt Milligramm runter. Erst dann die Bremsbeläge einbauen.

10. Zusammenbau und Probefahrt Top

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Die Bremserei wird in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammengesteckt. Dabei muss der Bremsschlauch schon in das Bremssattelgehäuse hineingedreht werden, bevor der Sattel mit den beiden Befestigungsschrauben festgezogen wird. Das Handbremsseil einhängen. Das geht mitunter schwer - in jedem Fall eine scharfe Wasserpumpenzange verwenden.

Weil die Bremsanlage offen war, muss sie jetzt auch entlüftet werden. Wenn man es besonders eilig hat, reißt in diesem Schritt garantiert das Entlüfterventil im Bremssattelgehäuse ab. Wer dieses kleine Miststück schon auf der Werkbank vorsichtig gängig gemacht hat, kann jetzt milde lächeln. Anschließend das Rad anschrauben, und die Hinterräder von Hand durchdrehen. Dabei die Handbremse einige Male anziehen und wieder lockerlassen. Ist die Bremswirkung gleichmäßig?

Abschließend den Wagen abbocken und die Radschrauben mit 120 Nm anziehen. Eine vorsichtige Probefahrt machen. Handbremse ziehen. Bremst es brauchbar? Lassen sich die Hinterräder bei unbeladenem Wagen blockieren? Wenn ja: Bremsenwechsel mit Datum und Unterschrift im Scheckheft vermerken: gut gemacht!

Kommentare Top

29.09.2008 | Holger

Ich mache auf die Rückseiten der Bremsbeläge und die Gleitflächen zum Sattel immer noch Keramikpaste dran.... Den Sattel habe ich bisher nur immer auf einen Unterstellbock gelegt und dann zurückgestellt, sprich ohne ihn vom Bremsschlauch zu lösen... An sonsten Super Beitrag...

26.10.2008 | ChristophS

Wow, echt klasse Beitrag! Erstklassig bebildert, da bekommt man doch gleich Lust ...

28.10.2008 | Mark

Super Artikel! Ergänzen könnte man noch, dass die Belagführungen am Bremssattel mit der Drahtbürste gereinigt werden sollten. Die Beläge vor dem Einbau mit einer nicht allzu groben Feile etwas entgraten. Anschließend noch Holgers Tipp beherzigen, dann bleibt das nervige Gequietsche auch erstmal eine Weile aus.

13.11.2008 | David

Wenn man sich schonmal die Mühe macht (oder machen muß) die Bremse in Stand zu setzen, lohnt es sich auch die Handbremse gleich mit einzustellen. Insbesondere auf einer Bühne gehts gradezu kinderleicht: Der Betätigungshebel am Sattel sollte nämlich grade nicht mehr auf seinem Ruheanschlag aufliegen! (Für die Freunde des Messens und Lehrens - 1mm Luft ist ein prima Wert). Eingestellt wird es mit Hilfe der Muttern am Seilende unter dem Handbremshebel (unter der Verkleidung am Mitteltunnel) einfach nachstellen bis der Millimeter erreicht ist - dann sollte die Handbremse spätestens in der dritten Raste knackig angezogen sein. Außerdem empfiehlt es sich den kleinen Hebel am Bremssattel vor dem Winter am Ansatz zum Sattel mit einer Kleinigkeit Schmuntze zu versehen. Die Dinger gehen nämlich gern mal fest wenn das Auto einige Tage nicht bewegt wird und vorher ausgiebig Streusalz abbekommen hat.

17.12.2008 | Schraubär

Sehr informativer Artikel, wenn er auch bei der Schriftgröße mühsam zu lesen ist. Noch ein Tip von mir: Früher ist der Geselle hergegangen und hat den Bremsendreck erstmal mit Druckluft in der Werkstatt verteilt ;-(. Eleganter ist ein alter Staubsauger und eine kleine Bürste. Da wundert man sich wie neu die alte Bremse doch wird. Wer absolut keine dreckigen Pfoten bekommen will reinigt noch mit einer Zahnbürste und Spiritus nach. Schraubärgruß

22.12.2008 | sadhu

Super Tipp mit dem Schlüssel des Winkelschleifers zum Zurückdrehen des Bremskolbens. War ein bischen fummelig, hat aber prima geklappt. Gruß sadhu

17.01.2009 | stefan

hmmm, sich um den handbremshebel kümmern ist absolut richtig, aber ich fuhr immer besser mit der einstellung, das der hebel richtig auf dem anschlagstift aufliegt! tut er das nicht, wird der weg am handbremshebel innen immer länger, bis hin zur wirkung null. gruß, stefan

06.02.2009 | Michael

@ Holger Ist das einschmieren mit Keramikpaste wirklich in Ordnung? Die Originalbeläge die ich vor kurzemfür einen Polo in der Hand hatte, besaßen auf der Rückseite Klebepads. Mit Kupferpaste dazwischen würden die doch ihren Sinn und Zweck verlieren ??? @ David, ja Richtig, die Einstellung des Handbremsseiles sollte nach jeden Austausch von Scheiben überprüft werden. Auch wenn nur Beläge getauscht werden, ist es kein Fehler mal kurz auf die Handbremseinstellung zu schauen.

16.04.2009 | Schwarzblonder

Hallo, sehr schöne Anleitung. Jedoch kann der Sattel am Fahrzeug bleiben um zurück gedreht zu werden. Ist zwar fummelig aber es geht und man spart sich die Entlüfterei. Gerade beim 35i B3 mit ABS ist das Entlüften ein bissel blöd gemacht und man sollte schon dafür die Anleitung beachten sonst kanns passieren, dass die Luft nicht aus dem System kommt. Die neueren VW's mit Scheibenbremse an der HA haben mittlerweile auch Radlager die getrennt von der Scheibe eingebaut sind. Die muss man dann nicht wechseln wenn sie noch ok sind. Einen Rücksteller gibts auch recht günstig bei Ebay. Wenn man so etwas öfter mal macht lohnen sich die 40-50€ für so einen Satz. Bei vielen Sätzen sind dann die verschiedenen Aufsätze für fast alle Hersteller dabei und man kann an fast jedem Auto die Bremse machen. So spart man sich das Gefummele mit dem Flexschlüssel. Beim Zurückdrehen kanns passieren, dass sich die Manschette durch Rostansatz in der Nut mitdreht. Die wird dann schön verknorkelt. Wenn man das bemerkt, sollte man die Manschette vorsichtig aus der Nut heben und ein bisschen Rostlöser einsprühen. Dann dreht sich die Manschette nichtmehr mit.

22.04.2009 | Stephan Foitzik

Hallo zusammen. Danke zunächst für die tolle Anleitung. Ich habe gestern 21.4. die Bremsscheiben hinten gewechselt. (Passat 3B, EZ1999, 1,6l, Benzin) Die 2. Seite ging innerhalb von 30 min (incl. Rad rauf/runter und Werkzeug aufräumen). Das mit dem Kolben drücken/drehen hat an der 1. Scheibe etwas Zeit gekostet. Aber nur weil ich nicht genau wusste, wie es geht. Deshalb jetzt meine Erfahrungen: -ich habe den Bremssattel am Auto gelassen, also NICHT abgebaut (kein entlüften) -Werkzeug zum Kolbenrückstellen: Flexschlüssel und Schraubzwinge. -Gummimanschette am Kolbenrand lösen, damit sie beim drehen nicht kaputt geht. -Flexschlüssel in Kolben-Nut einsetzen und Schraubzwinge darauf ansetzen. (Teller, der Zwinge ist auf dem Flexschlüssel (Teller ist drehbar, rutscht beim drehen nicht ab), Bügel ist hinten an der SW13 Schraube der Handbremse) -Gleichzeitig Flexschlüssel (im Uhrzeigersinn) drehen und Zwinge nachstellen. (ja, zu Zweit geht's besser) -nach 1,5 Kolbenumdrehungen (3x ansetzen) war der Kolben ganz drinne. -jetzt das übliche Saubermachen, Kupferpaste, Aceton, Schraubensicherung, .... .... hier werden sie geholfen.

20.05.2009 | ChristophK

Sehr schöne Anleitung! Hab die Reparatur inkl. Scheibentausch und Bremssatteltausch noch vor mir. Mich würde zusätzlich interessieren, was ich zwischen Schritt 8 und Schritt 9 _nicht_ machen sollte, um nicht auch so ein Pflaster am rechten Daumen davonzutragen. Oder bestand die Reinigung der Pfoten lediglich in einem Umwickeln mit frischem tape? ;-)

Danke fürs Lob - wenn ich mich recht erinnere, habe ich mir schlicht an irgendwas den Daumen aufgeschlitzt. Das hatte vermutlich mit der Reparatur nix zu tun, sonst hätte ich in den Text noch ein paar schöne Flüche eingeflochten.

Einen Tipp aber an dieser Stelle: Verbandskasten immer zur Hand haben - und dafür sorgen, dass das Ding aktuell ist. Üblicherweise gehen Wundpflaster nämlich nach ein paar Jahren in den Aggregatzustand "Knäckebrot" über ;-) JEM

20.05.2009 | ChristophK

Hab meinen ersten Bremsüberholungsversuch leider erfolglos abbrechen müssen. Nunja, nicht 100% erfolglos, aber doch nicht so wie gewünscht. Dabei hatte ich mich (wie ich finde) sehr gut vorbereitet: Neue Bremsscheiben und Radlager, Lagerringe bereits eingepresst. Neue Bremsbeläge und Bremszangen (!), dazu neue Bremsschläuche (Verbindung zwischen Bremszange und Bremsleitung). Dazu gründlich das Web durchforstet. Die vorliegende Anleitung war das Beste was ich auftreiben konnte. Erneut großes Lob! Und dennoch: Ich habe einen Passat EZ 10/95 (35i), der leider (?) bereits über ein ABS verfügt. Nach Demontage der rechten hinteren Bremsscheibe sah ich den innen aufgepressten Geberring fürs ABS. So einen habe ich aktuell nicht vorliegen. Da der alte aufgepresst ist, habe ich erst garnicht versucht, ihn abzuwürgen. Hab also die alten Teile fürs Erste wieder montiert und muss eine weitere Runde drehen. Seufz... Dabei ist die Odyssee bereits recht lang: zuerst wollte ich nur die Bremsbeläge wechseln. Dann sah ich die Scheibe und dachte, die machst Du gleich mit. Dann las ich vom Bremskolbenrückstellmechanismus und kaufte mir bei ebay einen Bremskolbenrücksteller. Dann demontierte ich die erste Bremszange und war gelinde gesagt erschüttert: Kolben anscheinend komplett festgefressen, Balgdichtung zerrissen. Also auch noch neue Bremssättel bestellt. Ich weiss, daß man einen Reparatursatz kaufen kann, aber ich hatte die Nase schon ziemlich voll... Und jetzt das. 8-( Dabei wäre das verlängerte WE ideal gewesen, die Sache unter Dach und Fach zu bringen. Ich glaube, ich muss mich jetzt erst mal betrinken...

13.07.2009 | Klaus

Vielen Dank für den Beitrag, habe heute die hinteren Bremsen an meinem Passat 3BG gemacht. Keine Hexerei. Der Flex-Schlüssel zum Rückstellen funktioniert prima. Bremsflüssigkeit habe ich auch eine neue durchgepumpt. Zum Durchpumpen hab ich die ESP Pumpe genutzt. VAG-COM Controller 03 (ABS), Basic settings (04) Group 02 - Go -> dann werkelt die ESP Pumpe für 10 sec! thx, Klaus!

12.09.2009 | maikei

Super Anleitung - danke! Bei meinem 3BG ging das Rückstellen auch ohne Schraubzwinge nur mit dem Flexschlüssel. Bremszange abgenommen, Handbremshebel am Zylinder 2-3mal mit der Hand betätigt (Kolben fährt einige Millimeter heraus), Kolben mit dem Flexschlüssel im Uhrzeigersinn und etwas Daumendruck zurückgedreht.

16.05.2010 | Schreiner Jürgen

Schöner Beitrag und paßt echt alles aber vergessen sie nich die radlager??? Die Kegelschalen sind auch zu wechseln denn nicht jeder kunde will immer neue radlager einbauen und um die umzuwechseln bedarfs einer fachgerechten und sogar fast längerdauernden Zeitauswands und die dürfen nicht kaputt gehen und müßen sauber in die neuen Bremsscheiben wieder eingepreßt werden das fehlt in ihrem beitrag gänzlich. Gruß Auto Jürgen

16.05.2010 | Schreiner Jürgen

Hallo ich bin nehme mein komentar von vorhin zurück es ist ja darauf hingewisen worden auf die radlager denn die wollen die meißten nicht neu reinhaben das sage ich aus erfahrung da bedarfs schon achtsamkeit sie beim ausbauen nicht zu beschädigen aber es geht schon sind ja auskerbungen in den scheiben fürn aludorn da klappts immer. Danke finde eure seite echt klasse hier, bin ein beruflicher schrauber der einiges so an alten autos repariert.

Zum Artikel vom 21.04.2008
Wellen-Zauber - Anleitung zum Ausbau und Einbau Antriebswellen beim Opel Kadett.

Zum Artikel vom 12.11.2009
Nebelwerfer im Auto - Anleitung zum Wärmetauscher-Tausch im Audi